Warum Ihr Start-up-Portfolio in PR investieren sollte

cedric voigt Cédric Voigt - 12th Jun, 2025

In unserem letzten Blogbeitrag [LINK] haben wir erläutert, warum Venture Capitalists (VCs) ihre Kommunikationsstrategie überdenken müssen, um sich an die komplexe europäische Tech-Landschaft im Jahr 2025 anzupassen. Doch während VCs ihre Investmentthesen verfeinern und sich als Thought Leader positionieren, bleibt ein entscheidender Faktor für ihre Reputation bestehen: ihr Portfolio.

Denn letztlich wird ein VC daran gemessen, wie erfolgreich seine Startups sind – und dabei spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. PR und Marketing sind starke Hebel, um die Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Attraktivität eines Portfolios strategisch zu stärken.

Warum Kommunikation für Start-ups so wichtig ist

Es hält sich hartnäckig der Mythos, dass manche Startups in einer „zu frühen Stufe für Kommunikation“ seien. Natürlich brauchen nicht alle Early-Stage-Unternehmen sofort eine umfassende PR-Kampagne. Aber auch Startups ohne fertiges Produkt oder Umsatz sollten ihre Markenstrategie nicht vernachlässigen.

Gründerteams konzentrieren sich verständlicherweise auf Produkt-Markt-Fit, Sales-Funnel-Optimierung und Retention-KPIs. Es ist aber die Aufgabe des Umfelds – insbesondere der Investoren – sie an den ebenso wichtigen Marken-Markt-Fit zu erinnern. Wertebasierte Kaufentscheidungen sind längst Realität: Rund 80% der Konsument:innen bevorzugen Marken, die mit ihren Überzeugungen übereinstimmen. Gerade B2C- und D2C-Startups können es sich nicht leisten, ihre Markenpositionierung zu ignorieren.

Hinzu kommt: Der Kampf um Talente ist für Startups entscheidend. Eine starke Arbeitgebermarke macht oft den Unterschied zwischen zähem Wachstum und dem entscheidenden Sprung nach vorne.

Warum jetzt die richtige Zeit für PR ist

In wirtschaftlich angespannten Zeiten wird PR oft als „verzichtbarer Luxus“ angesehen. Doch genau dieses kurzfristige Denken sollten VCs ihren Gründer:innen ausreden. Kommunikation ist keine optionale Maßnahme, sondern ein elementarer Baustein für nachhaltiges Wachstum. Je schwieriger das Marktumfeld, desto wichtiger ist es, sich von der Konkurrenz abzuheben und überzeugend zu kommunizieren, warum das eigene Produkt das Beste ist.

In den letzten Jahren haben sich „Flats“, „Extensions“ oder sogar „Down Rounds“ etabliert – vor wenigen Jahren noch fast undenkbar. Diese neuen Realitäten sind kein Makel, sondern ein Spiegelbild des heutigen Marktes. Aber: Startups müssen die Kontrolle über ihr Narrativ behalten. Ob Finanzierungsrunde oder niedrigere Bewertung – die Gründe müssen transparent, selbstbewusst und klar kommuniziert werden.

Wie VCs ihre Start-ups unterstützen können

Investoren geben nicht nur Kapital, sondern auch strategische Orientierung. Während Gründer:innen tief im Produkt stecken, können VCs das große Ganze im Blick behalten und wertvolle Impulse geben – auch was die externe Wahrnehmung betrifft: durch die Brille potenzieller Talente, Kund:innen oder Stakeholder.

Die besten VCs unterstützen aktiv mit eigenen Kommunikationsstrukturen. Anders als Startup-Marketing ist VC-Kommunikation nicht direkt an den Vertrieb gekoppelt – das schafft redaktionelle Freiräume. So können Investor:innen als Thought Leader auftreten und ihre Portfoliounternehmen langfristig strategisch positionieren.

Schlussfolgerung

In einem sich ständig verändernden und komplexen Marktumfeld müssen VCs ihre PR-Strategie überdenken – nicht nur für sich selbst, sondern auch für ihre Startups. Nur so können Marken mit einer starken Story, einer klaren Differenzierung und einer nachhaltigen Wirkung aufgebaut werden. Wer Kommunikation vernachlässigt, verschenkt Potenzial – wer sie strategisch einsetzt, schafft echten Mehrwert für das Portfolio.

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